Segelfliegen
ist ein typischer Vereinssport. Die meisten Vereine bieten die gesamte
Ausbildung vom Fußgänger bis zum Luftfahrerschein an.
Praktischer Flugunterricht findet an Wochenenden und Feiertagen
während der gesamten Saison statt (ca. AprilOktober).
Eine
Anfängerausbildung im Verein bis zur Flugscheinprüfung
erstreckt sich insgesamt etwa über zwei bis drei Jahre. Es
gibt auch einige Flugschulen in Deutschland, in denen die Ausbildung
schneller geht, weil dort jeden Tag geflogen wird. Diese Art der
Schulung ist aber wesentlich teurer.
Denn der Clou ist: Die gesamte Ausbildung im Verein ist kostenlos!
Alle Fluglehrer arbeiten bei uns ehrenamtlich und aus reinem Spaß
an der Sache. Du bezahlst also nur die Kosten
für das eigentliche Fliegen, also Start- und Flugzeitgebühren.
Praktische
Flugausbildung
Als Anfänger fliegst Du immer in einem zweisitzigen Segelflugzeug
mit einem unserer erfahrenen Fluglehrer. Dabei sitzt Du stets auf
dem vorderen Platz, der Fluglehrer steuert von hinten. Gestartet
wird anfangs vorwiegend an der Schleppwinde, später dann im
Schlepp hinter einem Motorflugzeug.
Doppelsitzer
können von beiden Sitzplätzen aus geflogen werden. So
kann der Fluglehrer Dich nach und nach an das Fliegen heranführen:
Erst fühlst Du an Deinem Steuer nur mit, wie der Fluglehrer
fliegt. Nach einigen Flügen übergibt er Dir das Flugzeug
im Geradeausflug, in Kurven, beim Start und bei der Landung.
Wenn Du die Grundbegriffe kennst, kommen einige weitere Flugübungen
hinzu, z.B. das Beherrschen besonderer Flugzustände wie Langsamflug,
Schnellflug oder Kurven mit hoher Schräglage.
Nach
und nach wirst Du immer sicherer. Wenn der Fluglehrer Dir zutraut,
das Flugzeug sicher zu beherrschen, naht der wohl wichtigste Tag
im Leben eines Fliegers: Dein erster Alleinflug ohne Fluglehrer!
Je nach Übungsstand und Lerntempo wirst Du bis dahin zwischen
30 und 60 Flüge mit Lehrer hinter Dir haben. Die ersten Solo-Flüge
absolvierst Du mit dem Schulungsdoppelsitzer, der Dir dann schon
vertraut ist.
Die
weitere Ausbildung umfasst u.a. die Umschulung auf andere Flugzeugmuster,
Fliegen an fremden Flugplätzen und eine Einweisung in das Streckensegelfliegen.
Theoretische
Ausbildung
Keine Angst - bei uns geht es sofort zum Flieger und in die Luft,
ohne lange theoretische Vorrede. Aber um Pilot zu werden, ist es
wichtig, sich mit manchen Dingen gedanklich zu beschäftigen.
Deshalb gibt es parallel zur Flugausbildung auch Unterricht in den
Fächern Flugfunk, Navigation, Meteorologie, Technik, Verhalten
in besonderen Fällen und menschliche Faktoren.
Im
Winter, wenn nicht geflogen werden kann, organisieren unsere Fluglehrer
einen Lehrgang, der in kompakter Form auf die theoretische Flugscheinprüfung
vorbereitet.
Prüfung
Den "Luftfahrerschein für Privatluftfahrzeugführer"
(so heißt die Pappe im Amtsdeutsch) kannst Du frühestens
mit 16 Jahren erwerben. Dazu musst Du zunächst eine theoretische
Prüfung in den genannten Fächern ablegen, bevor Du dem
Prüfer auch im Flugzeug zeigen kannst, was eine Harke ist.
Luftfahrerschein
Wie schon an anderer Stelle erwähnt, ist ein Flugschein
kein Lappen, den Du mühevoll erwirbst, um ihn anschließend
im Schrank wegzuschließen. Damit er seine Gültigkeit
behält, musst Du innerhalb der letzten 24 Monate mindestens
25mal geflogen sein. Voraussetzung ist weiterhin, dass der Fliegerarzt
hin und wieder sein OK gibt (bis zum 30. Lebensjahr alle 5 Jahre,
danach alle 2 Jahre).
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